Der große Versöhnungstag und die Prophetie. Einmal im Jahr wurde der „shabbat shabbaton“ – der hohe Sabbat des großen Versöhnungstages gefeiert. Jom Kippur ist das heiligste Jahresfest. Keinerlei Arbeit und ein Tag des Fastens. Es ging schließlich um das endgültige Wegschaffen der Sünde vom Heiligtum und damit aus der Mitte des Volkes.

Doch dieser Tag ist ebenfalls ein Symbol dafür, wie Gott die Menschen insgesamt erlöst. Da es ein himmlisches Heiligtum gibt, werden hier im irdischen Dienst, himmlische Vorgänge abgebildet. Gibt es einen himmlischen Jom Kippur? Was hat das mit einer Zeitprophezeiung des Propheten Daniel zu tun?

Die wichtigsten Bibelstellen zum Thema

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Der Ablauf des Versöhnungstages

Am 10. Tag des 7. Monats des kultischen jüdischen Jahres, also nach unserer Monatseinteilung im September-Oktober, wurde der Tag der Sühnung oder Versöhnung begangen. Keinerlei Arbeit und Fasten waren angesagt. Hauptakteur war der Hohepriester. Nur an diesem durfte er als einziger Mensch in das Allerheiligste der Stiftshütte und später des Tempels.

Drei wichtige Elemente

  • Der Hohepriester musste sich reinigen und für sich opfern.
  • Die Reinigung des Heiligtums.
  • Das Wegschaffen aller Sünde.

Das ganze Ritual ist umfangreich. Hier zunächst die Reduktion auf das Wesentliche.

Levitikus 16,13 (ELB 2006)

13 Und er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor den HERRN, damit die Wolke des Räucherwerks die Deckplatte, die auf dem Zeugnis ist, bedeckt und er nicht stirbt.

Zwei Ziegenböcke und ein Widder
  • Nachdem der Hohepriester sich gereinigt hat und Sühnung für sich und seine Familie vollzogen hat, geht es um das Heiligtum und die Sünden des Volkes.
  • Zwei Ziegenböcke und ein Widder als Brandopfer wurden bereitgestellt.
  • Ein Ziegenbock wird durch Los für den HERRn (JHWH) ausgewählt. Der zweite Bock ist für „Asasel“.
  • Der erste Ziegenbock wird geschlachtet.
  • Der Hohepriester geht in schlichten leinen Priesterkleidern in das Allerheiligste, das mit viel Räucherwerk erfüllt wird.
  • Vom Blut des Ziegenbocks wird auf den Deckel der Bundeslade gesprengt und siebenmal vor die Bundeslade.
  • Er geht aus dem Allerheiligsten zum Brandopferaltar und reinigt auch ihn durch bestreichen der Hörner mit Blut und Besprengen.
Abschließende Sühnung

Levitikus 16,16–17 (ELB 2006)

16 Und er erwirke Sühnung für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Söhne Israel und wegen ihrer Vergehen, nach allen ihren Sünden. Und ebenso soll er für das Zelt der Begegnung tun, das sich bei ihnen befindet mitten in ihren Unreinheiten. 17 Und kein Mensch soll in dem Zelt der Begegnung sein, wenn er hineingeht, um Sühnung im Heiligtum zu erwirken, bis er herauskommt. So erwirke er Sühnung für sich und für sein Haus und für die ganze Versammlung Israels.

Die Wegschicken des zweiten Ziegenbocks

Auf den zweiten Ziegenbock legt der Hohepriester beide Hände, bekennt alle Schuld und alle Vergehen der Israeliten. Er legt alle Sünden auf den Kopf des Ziegenbocks.

Eine bereitstehende Person führt den Ziegenbock in die Wüste und schickt ihn in ödes Land hinaus aus dem Lager.

Hier kommen unser Redewendungen „Sündenbock“ und „in die Wüste schicken her.“

Damit ist alle Schuld und jedes Vergehen, das zu Gott und ins Heiligtum gebracht wurde aus der Mitte des Volkes und vom Heiligtum weggeschafft.

Der Priester legt wieder seine normale prächtige Priesterkleidung an. Was mag im Volk für ein Jubel gewesen sein, wenn wieder die kleinen Glöckchen am Priestergewand erklingen und alles vollbracht ist.

Jesus im himmlischen Heiligtum

Wenn Jesus Christus nach seiner Himmelfahrt inthronisiert wurde und zur Rechten Gottes auf dem Thron Gottes seinen Platz eingenommen hat und er im himmlischen Heiligtum als himmlischer Hohepriester dient, dann ist nicht nur der allgemeine Opferdienst in der Stiftshütte ein Schatten des Eigentlichen, sondern auch die Zeremonie des großen Versöhnungstages.

Wie können wir aus neutestamentlicher Sicht den Jom Kippur auf Jesus Christus deuten?

Voraussetzungen für die Deutung:

  1. Da Jesus ohne Schuld und völlig rein war, als er in den Himmel wieder einging, entfallen alle Elemente der Reinigung des Hohepriesters.
  2. Das himmlische Heiligtum ist mehr als ein Zelt mit Fellen und Stoffen. Es ist ein himmlischer Ort, der ganz anders beschaffen sein wird. Auch der Tempel Salomon behielt die Grundstruktur bei, aber die Gestaltungsform veränderte sich.
  3. Im Himmel gibt es keinen Tod, also auch keine blutigen Opfer. Jesu Opfer am Kreuz hat die Tieropfer ersetzt. Wir betrachten also die Vorgänge und Abläufe.
Der große Versöhnungstag: Die letzte Phase der Erlösung

Wir deuten die Symbole des Jom Kippur auf Christi Dienst im himmlischen Heiligtum.

  • Jesus Christus ist der himmlische Hohepriester.
  • Der erste Ziegenbock symbolisiert Jesu Opfer am Kreuz. Indem Jesus als personifiziertes Opfer selbst vor den ewigen heiligen Vater tritt, wird abschließend alle Schuld gesühnt.
  • Die Sünde wurde nicht wie im Alten Testament durch Blut auf das Heiligtum übertragen, aber im Himmel werden die Bücher der Werke geführt. Damit ist dort alles aufgezeichnet und präsent. In einem Vorgericht, wird nun entschieden, wem die Gnade des Ewigen Lebens zuteil wird. Der große Versöhnungstag nimmt damit die Form eines Gerichts zur Rechtfertigung der Erlösung an.
  • Der zweite Ziegenbock für „Asasel“ symbolisiert Satan, auf den alle Schuld nun gelegt wird und der zur Verantwortung gezogen wird. Satan wird auf eine chaotische zerstörte Erde verbannt für 1000 Jahre (Offenbarung 20,1-3), um schließlich ganz vernichtet zu werden.
  • Hat Christus die vollständige Annahme der Erlösung vor Gott dem Vater als Hohepriester vollzogen ist die Gerechtigkeit Gottes in der himmlischen Welt vollständig hergestellt und alle Anklage gegen Gott und die Menschen abgeschlossen.
  • Christus verlässt das himmlische Heiligtum und kommt als der wiederkommende König der Könige wieder. Auch der Ort seines Opfers – die Erde symbolisch als Altar – wird nun gereinigt, allerdings nun durch Feuer.
Die neue Erde, das neue Jerusalem

Nun beginnt eine völlig neue Zeit. Es wird keinen Tempel mehr geben. Alles wird zum wahren Ort der Gemeinschaft und Begegnung mit Gott.

  • Das Neue Jerusalem kommt aus dem Himmel auf die Erde herab. Es symbolisiert das Volk Gottes des Alten- und Neuen Bundes. | Offenbarung 21,9-14
  • Die „goldene Stadt“ ist würfelförmig, wie das Allerheiligste. | Offenbarung 21,16
  • Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet alles. | Offenbarung 21,22-23
  • Es gibt nichts Unreines mehr. Alles ist wieder in Harmonie – Friede – Shalom.

Offenbarung 21,3–5 (LU)

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Offenbarung 21,4 (LU)

und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Die Erlösung hat nicht nur am Kreuz stattgefunden. Jesus sitzt seither auch nicht einfach nur auf dem Thron. Er ist aktiv damit beschäftigt vor dem Universum die Erlösung der Menschheit und die Rechtfertigung Gottes zum Abschluss zu bringen.

Die Erlösung ist ein umfangreicher Prozess, der im irdischen Heiligtumsdienst abgebildet wurde. Vergebung der täglichen Schuld und Aufarbeitung der Sünde in ihrer Gesamtheit.

Wie beeinflusst das alles mein Bild von Gott und Jesus Christus?

VERTIEFUNG

Daniel 8,14: 2300 Abend-Morgen und das himmlische Heiligtum

Zeitberechnungen haben es in sich. Ob Reformatoren, Pietisten oder Zeugen Jehovas, alle konnten der Versuchung nur schwer widerstehen, die Wiederkunft Christi zu berechnen. Der Farmer William Miller berechnete den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi zunächst auf das Jahr 1843, später auf den Herbst 1844. Damit begründete er eine starke Erweckungsbewegung in den USA. Tragisch jedoch, dass er irrte und damit viele Menschen in eine große Enttäuschung stürzte.

Matthäus 24,36 (ELB 2006)

36 Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein.

Apostelgeschichte 1,7–8 (LU)

7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

Nichts desto trotz stehen diese Zahlenangaben im Propheten Daniel. Welche Bedeutung können sie haben, wenn sie nicht das Datum der Wiederkunft Christi betreffen?

Nachdem im Buch des Propheten Daniel, Kapitel 8, antike Weltmächte in typischen Symboltieren des Großen Versöhnungstages – Ziegenbock und Widder – dargestellt werden, spitzt sich die Szene zu in einem zunächst kleinen Horn, das aber schließlich riesig wird, vom Westen her sich in alle Himmelsrichtungen ausbreitet.

  • Es wirft Sterne zur Erde | Symbol > Engel
  • Greift den Fürsten des Heeres an | Symbol > Engelfürst Michael > Christus
  • Nimmt das tägliche Opfer weg und verwüstet das Heiligtum | Symbol > Erlösung durch Gnade und Glaube
  • Nach 2300 Abend-Morgen wird sich dieser Zustand umkehren | Symbol > 2300 Jahre

Daniel 8,13–14 (LU)

13 Ich hörte aber einen Heiligen reden, und ein anderer Heiliger sprach zu dem, der da redete: Wie lange gilt dies Gesicht vom täglichen Opfer, vom verwüstenden Frevel und dass Heiligtum und Heer ausgeliefert und zertreten werden? 14 Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder sein Recht erhalten.

Erst im folgenden Kapitel 9 wird ein mögliches Anfangsdatum in Verknüpfung mit einer anderen Zeitprophezeiung – den 70 Jahrwochen – genannt. Setzt man also den Anfang beider Zeitprophezeiungen gleich und nimmt als Startpunkt das Jahr des Befehls des Arthasastas zum Aufbau Jerusalems 457 v. Chr., kommt man in das Jahr 1844 unserer Zeitrechnung.

Natürlich gibt es hier einige Klippen. Die übliche Auslegung sieht im groß werdenden Horn Antiochus IV Epiphanes († 164 v. Chr.), der tatsächlich den Tempel in Jerusalem bewusst entweiht hat. Doch geht es in Daniel 8 um viel mehr, denn sogar der Himmel ist betroffen. Auch ansonsten passt die siegreiche Beschreibung nicht unbedingt auf den Seleukidenkönig.

Sollte das Auslegungsprinzip der „Jahr-Tag-Umrechnung“ für apokalyptische bzw. prophetische Texte zutreffen, dann bringt uns das tatsächlich weit über den Propheten Daniel der um 600 v.Chr. gelebt hat hinaus. Selbst liberale Theologen datieren das Buch Daniel ins 2. Jhd. v. Christus. 2300 Abend-Morgen als 2300 Jahre würden uns selbst dann noch in unsere Zeit katapultieren. Sieht man allerdings tatsächlich den Daniel des 6. Jahrhunderts als Autor und rechnet einen prophetischen Tag für ein kalendarisches Jahr, dann ergibt sich eine erstaunliche Rechnung.

Prophetische Karte 2300 Abende und Morgen
Was passierte 1844?

Wenn Daniel 8,14 mit der Rechtfertigung oder Wiederherstellung des Heiligtums auf den großen Versöhnungstag anspielt, dann hätte im Jahr 1844 die Reinigung des himmlischen Heiligtums begonnen.

1844 hat nach dieser Auslegung die letzte Phase des Erlösungsplanes begonnen.

WICHTIGE FRAGEN:

Welche politische oder religiös-politische Macht wird durch das großwerdende „Horn“ in Daniel 8 dargestellt?

Wie kann eine irdische Macht das Geschehen der Vergebung und Erlösung der Menschen beeinflussen?

Wenn seit 1844 der große Versöhnungstag im himmlischen Heiligtum abläuft, was hat das für Auswirkungen auf uns?

Welche Rolle spielen die Siebenten-Tags-Adventisten in der Wiederherstellung des Verständnis vom Heiligtum und Gottes Erlösung?

Jesus bringt alles zum Abschluss

Der große Erlösungsplan Gottes umfasst mehrere Phasen.

  1. Der alte Bund und die vorläufigen Tieropfer
  2. Der zweite Bund durch den Sünhnetod Jesu am Kreuz, seine Auferstehung und Himmelfahrt.
  3. Der Abschluss der Erlösung durch das Vorgericht und die Wiederkunft Jesu in den Wolken des Himmels.

Wir leben also aktuell in der Phase der Weltgeschichte, in der Gott alles zum Ziel bringt. Durch Jesus kommt die Erlösung zu ihrem Abschluss. Alles Böse und auch alle himmlischen Aufzeichnungen wird abgeschlossen und die Erde wieder hergestellt.

2. Petrus 1,19 (LU)

19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Detaillierter Ablauf des Großen Versöhnungstages

Nach 3. Mose 16

Vorbereitung des Volkes

  • 7. Monat, 10. Tag
  • Keinerlei Arbeit (Sabbat völliger Ruhe)
  • Tag des Fastens

Vorbereitung des Hohepriesters

  • In Wasser baden
  • Heiliges leinenes Priestergewand, leinene Beinkleider, leinener Gürtel, Kopfbund aus Leinen
  • Bereitstellen der Opfertiere:
      • Zwei Ziegenböcke (Sündopfer)
      • Ein Widder (Brandopfer)
      • Ein Stier (Sündopfer)
  • Niemand außer dem Hohepriester darf sich im Zelt der Begegnung aufhalten

Beginn der Zeremonie

  • Auswahl durch Los, welcher Ziegenbock der für JHWH ist und welcher für „Asasel“.
  • Opferung des Ziegenbockes für JHWH als Sündopfer (V. 9).
  • Opferung des Stieres als Sündopfer für den Priester und seine Familie.
  • Der Priester geht in des Zelt mit Feuerkohle vom Brandopferaltar und mit Räucherwerk, das beide Hände füllt.
  • Räuchern auf dem Räucheraltar

Levitikus 16,13 (ELB 2006)

13 Und er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor den HERRN, damit die Wolke des Räucherwerks die Deckplatte, die auf dem Zeugnis ist, bedeckt und er nicht stirbt.

  • Der Priester geht in das Allerheiligste und besprengt die Deckplatte der Bundeslade mit dem Blut des Stieres und siebenmaliges Sprengen vor die Deckplatte.
  • Schlachtung des Ziegenbocks für JHWH als Sündopfer (V. 15).
  • Der Priester geht wieder in das Allerheiligste. Besprengung der Deckplatte der Bundeslade mit dem Blut des Ziegenbocks und vor die Deckplatte.

Levitikus 16,16–17 (ELB 2006)

16 Und er erwirke Sühnung für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Söhne Israel und wegen ihrer Vergehen, nach allen ihren Sünden. Und ebenso soll er für das Zelt der Begegnung tun, das sich bei ihnen befindet mitten in ihren Unreinheiten. 17 Und kein Mensch soll in dem Zelt der Begegnung sein, wenn er hineingeht, um Sühnung im Heiligtum zu erwirken, bis er herauskommt. So erwirke er Sühnung für sich und für sein Haus und für die ganze Versammlung Israels.

  • Sühnung für den Brandopferaltar: Blut des Stieres und des Ziegenbocks an die Hörner des Altars streichen.
  • Siebenmaliges Sprengen des Blutes an den Altar.
  • Wegschicken des zweiten Ziegenbocks: Auf den zweiten Ziegenbock legt der Hohepriester beide Hände, bekennt alle Schuld und alle Vergehen der Israeliten. Er legt alle Sünden auf den Kopf des Ziegenbocks.
  • Bereitstehende Person führt den Ziegenbock in die Wüste und schickt ihn in ödes Land.

Abschluss der Zeremonie

  • Der Hohepriester zieht die leinenen Kleider im Zelt der Begegnung aus.
  • Er badet in Wasser und zieht seine eigenen Kleider wieder an.
  • Opferung des Brandopfers für sich und des Brandopfer für das Volk, um Sühnung zu erwirken. Offensichtlich wird hier der Widder als Brandopfer darfgebracht.
  • Verbrennung des Fettes des Sündopfers auf dem Altar.
  • Die Person, die den Ziegenbock weggeführt hat, wäscht die Kleider und badet sich. Er darf wieder ins Lager.
  • Stier und Ziegenbock des Sündopfers werden komplett draußen vor dem Lager verbrannt. Die Personen, die dies tun waschen ihre Kleider und baden sich. Sie dürfen wieder ins Lager.

Levitikus 16,29–30 (ELB 2006)

29 Und dies soll euch zu einer ewigen Ordnung sein: Im siebten Monat, am Zehnten des Monats, sollt ihr euch selbst demütigen und keinerlei Arbeit tun, der Einheimische und der Fremde, der in eurer Mitte als Fremder wohnt. 30 Denn an diesem Tag wird man für euch Sühnung erwirken, um euch zu reinigen; von all euren Sünden werdet ihr rein sein vor dem HERRN.

UNSER GLAUBE

Die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten

24. Christi Dienst im himmlischen Heiligtum

Es gibt ein Heiligtum im Himmel, die wahre Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch. Dort dient Christus für uns und macht den Gläubigen das Angebot seines versöhnenden Opfers, das ein für alle Mal am Kreuz vollbracht wurde, zugäng- lich. Mit seiner Himmelfahrt wurde er als unser großer Hohepriester eingesetzt und nahm seinen Mittlerdienst auf. Am Ende der prophetischen Zeit der 2300 Tage, im Jahr 1844, begann die zweite und letzte Phase seines Versöhnungsdienstes. Sie leitet das Gericht vor dem zweiten Kommen Christi ein und gehört zur endgültigen Beseiti- gung der Sünde, wie sie durch die Reinigung des alttestamentlichen Heiligtums am Versöhnungstag vorgebildet war. Das irdische Abbild des himmlischen Heiligtums wurde mit dem Blut von Tieropfern gereinigt; für das wirkliche, das himmlische Heiligtum war ein besseres Opfer nötig: das vollkommene Opfer Jesu Christi. Das Gericht vor der Wiederkunft Jesu offenbart den himmlischen Wesen, wer im Glauben an den Herrn gestorben und durch ihn würdig ist, an der ersten Auferstehung teilzuhaben. Es zeigt auch auf, wer von den Lebenden Gemeinschaft mit Christus hat, an den Geboten Gottes festhält und den Glauben an Jesus bewahrt – also bereit ist für die Umwand- lung zum Eingang in Gottes ewiges Reich. Dieses Gericht erweist die Gerechtigkeit Gottes, der alle rettet, die an Jesus Christus glauben. Es bestätigt, dass alle, die Gott treu geblieben sind, das Reich empfangen werden. Wenn Christus diesen Dienst vor seiner Wiederkunft vollendet, ist für die Menschen die Zeit der Gnade abgelaufen. (Hbr 8,1-5; 4,14-16; 9,11-28; 10,19-22; 1,3; 2,16-18; Dan 7,9-14.25-27; 8,13.14; 9,24- 27; 4 Mo 14,34; Hes 4,5.6; 3 Mo 16; Offb 14,6.7.12; 22,12.)

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