Durch die Taufe wird ein Mensch Teil der Gemeinde Christi. Manche Kirchen taufen Säuglinge, andere erst, wenn eine bewusste Entscheidung getroffen wurde. Was ist die richtige Form? Was passiert in der Taufe? Wir gehen auf die Suche nach der ursprünglichen Idee der Taufe.

Author: Matthias Griesshammer

Die wichtigsten Bibelstellen zum Thema

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Hast Du schon einmal eine Tauffeier miterlebt? Wie lief die Taufe da ab? Wie hat sich das angefühlt?

Die Taufe ist wie Tod und Auferstehung
  • Röm 6,3.4

In der Taufe erleben wir symbolisch den Tod und die Auferstehung Jesu nach. Die Vergangenheit wird begraben. Wir „auferstehen“ zu einem neuen Leben mit Christus und sind einen „neue Kreatur“ (2. Kor 5,17).

  • 1.Petr 3,21

In der Taufe wird die Schuld abgewaschen und wir bitten Gott um ein reines Gewissen.

In der Taufe erlebt der Christ den Weg Christi nach. Mit Jesus Christus begraben werden und auferstehen zu einem neuen ewigen Leben.

Die Taufe nach biblischem Vorbild, ist ein wirklich ganzheitliches Erlebnis. Was würdest Du gerne an Altem einfach begraben?

Wie neu geboren
  • Joh 3,5

Durch die Taufe und die Wirkung des Heilligen Geistes erleben wir eine Wiedergeburt, d.h. einen Neuanfang, eine Neuorientierung und eine Neuwerdung.

  • Tit 3,3-7

Das „Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist“ symbolisiert den tief greifenden Einschnitt im Leben des Gläubigen gegenüber dem Leben vor der Taufe. Der Heilige Geist verändert uns (Gal 5,19-23).

Wenn man aus dem Wasser wieder herausgehoben wird, ist das schon irgendwie wie eine neue Geburt. Mindestens wirst Du von Gott ganz offiziell als Sohn bzw. Tochter adoptiert. Und das gilt vor dem ganzen Universum. Wie fühlt sich das an?

Wie mit Feuer
  • Mt 3,11; Joh 1,32.34, Apg 1,8; 2,3.4

Bei Johannes dem Täufer war die Taufe nur Ausdruck der Umkehr. Die Taufe Christi ist mit der Ausgießung des Heiligen Geistes verbunden. War bei Johannes der Mensch in seiner Umkehr alleine, bewirkt jetzt der Heilige Geist die charakterliche Veränderung und rüstet den Menschen mit besonderen Gaben aus.

  • Apg 2,38; 9,17.18

Die Taufe steht in enger Verbindung mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. Es geht aber nicht um einen mechanischen Zusammenhang, denn der Geist kann vor der Wassertaufe (Apg 10,47) oder gewisse Zeit danach (Apg 8,12.14.15) ausgegossen werden.

  • 1.Kor 12,13; 14,4-11; Eph 4,4.5

Die Taufe durch den Heiligen Geist führt in die Gemeinde der Gläubigen und lässt den Getauften zu einem Glied am „Leib Christi“ werden. Zum Dienst in der Gemeinde wird er mit Geistesgaben ausgerüstet.

Die Taufe ist mehr als ein bloßes Ritual. In ihr sagt uns Gott den Heiligen Geist zu und wir werden als Tochter und Sohn Gottes geboren.

Was kann bei der Taufe passieren, wenn die Hände aufgelegt werden?

1.Tim 4,14; 2.Tim 1,6

Kann es sein, dass jemand nur mit Wasser getauft wird und noch mal die Taufe mit dem Heiligen Geist braucht?

Wie Jesu Taufe

Mt 3,13-17; Mt 28,18-20; Mk 16,15.16

  • Als 30jähriger lässt sich Jesus taufen.
  • Er erfüllt in der Taufe „alle Gerechtigkeit“.
  • Er wird durch Untertauchen getauft. Der Heilige Geist kommt auf ihn.
  • Gott bekennt sich zu ihm als seinen Sohn.
  • Die Taufe ist der Beginn seines öffentlichen Dienstes.
  • Er gebietet die Taufe als äußeres Zeichen der Wiedergeburt, die innerlich durch den Heiligen Geist gewirkt wird.

Anwendung auf uns …

  • Die Taufe ist eine bewusste persönliche Entscheidung.
  • Die Taufe ist eine gebotene Handlung, in der ich dem Vorbild Jesu und seinem Gebot treu nachfolge.
  • Die Taufe wird durch Untertauchen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vollzogen.
  • Die Taufe ist die Ordination des Gläubigen zum Dienst (vgl. 1.Petr. 2,9).
  • Die Taufe ist das öffentliche Bekenntnis meines neuen Lebens mit Christus.
  • Gott bekennt sich durch die Gabe des Heiligen Geistes zu uns. Wir sind seine Kinder.
Wie eine Hochzeit

Was bei der Taufe geschieht lässt sich am besten mit einer Hochzeit beschreiben. Wie sich die Partner vorher kennen lernen, so lernt der Glaubende seinen „Bräutigam“ Jesus Christus durch das Wort Gottes und das persönliche Erlebnis kennen und lieben Wie ein Ehepaar einen Bund fürs Leben schließt so verspricht der Gläubige, sein Leben nun mit Christus zu führen. In der Taufe wird ein „Hochzeitszeremoniell“ durchgeführt, das öffentlich deutlich macht, Jesus und der Täufling gehören nun für ewig zusammen. Ein Scheidung geschieht nur seitens des Menschen, wenn er sich bewusst von Christus trennt.

Wie die Hochzeit ist die Taufe ein Bund fürs Leben, die Taufe sogar für das ewige Leben. Welch eine Freude wird in der himmlischen Welt sein über jeden, der umkehrt auf seinem Weg und bewusst Christus als seinen Erlöser und Herrn wählt (Lk 15,7).

Die Taufe ist die wunderbare Chance eines Neuanfangs mit Jesus Christus und in der Kraft des Heiligen Geistes. Allen Ballast der Vergangenheit kannst Du hinter Dir lassen.

Und Du?

Nachdem der Kämmerer aus Äthiopien durch die Hilfe des Philippus die Erlösung durch Jesus Christus erkannt hatte, stellt er die Frage: „Siehe, da ist Wasser, was hindert’s, dass ich mich laufen lasse?" (Apg 8,36)

Wann denkst Du, ist jemand bereit für die Taufe?

Was hindert Dich, Dich taufen zu lassen?

Vertiefung des Themas:

Glaube und Taufe
  • Apg 2,37-42; 8,34-39; 10,34-48; 16,14.15; 16,26-34; 18,4.5.8

Vor der Taufe steht ...

  1. Lehre und Erkenntnis
  2. Glaube und Bekenntnis
  3. Umkehr und Hinkehr (Buße)

Der Taufe folgt ...

  1. Gemeinschaft der Gläubigen
  2. Wachstum in der Erkenntnis, im Glauben und in der Liebe (Eph 4,25; Kol 1,9-11; 2.Thess 1,3; 2.Petr 3,18)
  3. Dienst in der Gemeinde (Gal 5,13; 1.Petr 4,10.11; 1.Kor 12,13-31)
  • Mk 16,15.16

Der Missionsbefehl umfasst Predigt, Glaube und Taufe. Der Glaube entsteht durch die Predigt (Röm 10,14.17). Der Glaube bezeugt sich in der Taufe. Die Taufe ist geboten, aber der Glaube ist das Entscheidende.

  • Apg 2,41.42; 1.Kor 12,13

Nach der Taufe wird der Gläubige in die Glaubensgemeinde eingefügt.

Die Geschichte der Taufe

Vorbilder

Vorbild für die Taufe dürften die Reinigungsbader des Alten Testaments bei Aussatz (3.Mose 14,8), anderen Verunreinigungen (z.B. 3.Mose 15,924) oder zur Priesterweihe (2.Mose 29,4, vgl. 1.Petr 2,9) gewesen sein. Die Essener (eine jüdische Sekte) legten besonderen Wert auf Waschungen. Die Proselytentaufe beim übertritt zum Judenturn war zur Zeit Christi üblich. In Worms und Speyer sind noch jüdische Ritualbäder (Mikweh) aus dem 11. bzw. 12 Jhd. erhalten. Es entwickelten sich im Judentum ausgefeilte Regeln für die Reinigungsbäder Es durfte nur ungeschöpftes Quell, Fluss oder Regenwasser verwendet werden. Der Wasserspiegel musste 120 cm hoch sein, damit sich eine erwachsene Person untertauchen konnte. Später wurde auch ein tieferer Wasserspiegel erlaubt. Diese Reinigungsbäder waren allerdings Selbsttaufen gewesen und unterscheiden sich damit von der Taufe des Johannes des Täufers.

Johannes der Täufer

Johannes der Täufer taufte als Zeichen der Buße zur Vorbereitung auf das Reich Gottes und den Messias (Mt 3,20). Er taufte im Jordan, wo viel Wasser war (Joh 3,23). Aufgrund der jüdischen Vorbilder und des Hinweises auf „viel Wasser“ gilt als sicher, dass Johannes durch untertauchen getauft hat. Außerdem ist das griechische Wort für Taufen „baptizein“ eigentlich mit „eintauchen“ zu übersetzen.

Jesus Christus

Jesus ließ sich selbst als Vorbild für uns taufen (Mt 3,1317). Er selbst taufte nicht (Joh 4,2), gab aber seinen Jüngern den Auftrag dazu (Mt 28,19)

Die Urgemeinde

Im Neuen Testament finden wir nur Beispiele, in denen erwachsene Menschen sich taufen ließen. Von einer Kinderlaufe wird nirgends ausdrücklich berichtet Vielmehr geht, wenn von einer Taufe des ganzen Hauses gesprochen wird, meist eine Predigt voraus, der dann die Taufe folgt (zB, Apg 16,2934). „Haus“ umfasst sowohl die Familie, als auch das Gesinde. Dass Kinder getauft worden waren, ist nur eine Vermutung. Im Gegenteil spricht die spätere Praxis in der Kirche gegen eine eventuelle Kindertaufe (s. u. )

Die Kirchenväter

In der ältesten erhaltenen christlichen Kirchenordnung aus dem Anfang des 2. Jhds. gehört zur Vorbereitung auf die Taufe der Unterricht des Taufbewerbers, sowie ein mehrtägiges Fasten, an dem sich auch Gemeindeglieder beteiligten (Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Auflage Bd. 6, Sp. 648).

Die erste Erwähnung der Kindertaufe finden wir erst bei Tertullian (3. Jhd.), der sie aber noch deutlich bekämpft. Tertullian geht außerdem von einem Untertauchen des Täuflings aus: „So wird denn auch die Erlangung des ewigen Lebens schon des Umstandes halber um so unglaublicher gehalten, weil der Mensch in so großer Einfachheit, ohne Pomp, ohne irgendwelche ungewöhnliche Vorkehrungen, ohne Aufwand, in das Wasser hinabsteigt und unter dem Aussprechen von ein paar Worten untergetaucht wird.“ (De Baptismo, Kp. 2 bei Hans Heinz Dogmatik. S. 208)

Ferner schreibt Tertullian:
„Das Predigen ist das Frühere, das Taufen das Spätere.“ (De Baptismo, Kp. 14, bei Hans Heinz Dogmtik, S. 212)

Große Kirchenväter aus dem 4. Jhd. ließen sich als Erwachsene taufen, obwohl sie christliche Eltern hatten (siehe H. Heinz Dogmatik, S. 213)

  • Ambrosius:

    Familie schon ein Jahrhundert christlich. Erst mit 34 Jahren getauft.

  • Hieronymus:

    Christliche Eltern. Mit 20 Jahren getauft.
  • Gregor von Nazianz:

    Sohn eines Bischofs. Erst 30jährig getauft.
  • Basilius d. Gr.:

    Entstammt einer berühmten christlichen Märthyrerfamilie. Erst nach seinem Studium getauft.

„Seit dem 6. Jh. Kam allmählich Kindertaufe zur
Herrschaft.“ (Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, §27g)

„Gregor von Nazianz kann noch 381 als Bischof von Konstantinopel die Säuglings- Taufe widerraten (or. 40). Sie setzt sich erst im 5. und 6. Jh. allgemein durch. Außer der Erbsündenlehre Augustins im Westen war wohl die Konsolidierung der Staatskirche für das Durchdringen der SäuglingsTaufe ausschlaggebend.“ (Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Auflage, Bd. 6, Sp. 638)

Noch heute kann man die großen Baptisterien besichtigen, die zur Taufe von Erwachsenen z.B. im Lateran, in Pisa, Florenz, Ravenna, Aquileia und anderen Orten erbaut wurden.

Mittelalter

Die Säuglingstaufe setzt sich durch und wird zur herrschenden Form. Dennoch wurde der zu Taufende immer noch untergetaucht.

„Bis zum Mittelalter pflegte man nur in Notfällen die Untertauchung des Täuflings durch eine Begießung zu ersetzen. In Frankreich erklärte das Konzil zu Ravenna 1311 die Taufe durch Begießung für erlaubt.“ (J. Warns, Die Taufe, S. 218)

Ein Mitarbeiter Luthers (Burgenhagen) erschrak noch, als er das bloße Besprengen eines Kindes beobachtet hatte. Die Taufe durch Untertauchen scheint damals, wie heute noch in der Ostkirche, Brauch gewesen zu sein.

Die Reformation

Luther: „Taufe hilft niemand, ist auch niemandem zu geben, er glaube denn für sich selbst, und ohne eigenen Glauben niemand zu taufen ist“ (WA 17 II, 80 ff.)

Damit wäre nur die Taufe mündiger Menschen möglich gewesen, doch die Reformation behielt die Säuglingstaufe als katholisches Erbe bei. Luther billigte als Lösung den Kindern einen eigenen Glauben zu, was Röm 10,17 entgegensteht.

Die Wiederentdeckung der Mündigentaufe ist vor allem Verdienst der Täuferbewegung und der Mennoniten im 16. Jhd.

Moderne Freikirchen

Im 17 Jhd. entstehen auf englischem Boden die Baptisten, die die Erwachsenentaufe als Fortführung der Reformation praktizieren. Bei den Methodisten werden beide Taufformen durchgeführt. Die Freikirche der SiebentenTagsAdventisten (gegründet 1863) übernimmt die Taufe der Mündigen als biblische Wahrheit von den Baptisten.

Zitate von Theologen

Katechismus der Katholischen Kirche, erschienen 1993:

„Am eindruckvollsten wird die Taufe durch dreimaliges Eintauchen in das Taufwasser vollzogen Aber schon seit urchristlicher Zeit kann sie auch gespendet werden, indem man dreimal Wasser über das Haupt des Täuflings gießt.“ [1239]

„Seit ältester Zeit wird die Taufe schon Kindern gespendet, denn sie ist ein Gnadengeschenk Gottes, das keine menschlichen Verdienste voraussetzt. Die Kinder werden im Glauben der Kirche getauft. Der Eintritt in das christliche Leben führt zur wahren Freiheit.“ [1282]

„Gott hat das Heil an das Sakrament der Taufe gebunden, aber er selbst ist nicht an seine Sakramente gebunden.“ [1257] Zur Frage der Kindertaufe kommt der Evangelische Erwachsenenkatechismus zum dem Ergebnis:

„Ergebnis: Wir wissen zwar nicht genau, ob die Urkirche die Kindertaufe ausübte, wir können aber festhalten, dass die Taufauffassung des Neuen Testaments der Kindertaufe nicht entgegensteht.“ (Evangelischer Erwachsenenkatechismus, Vereinigte Evangelisch- Lutherische Kirche Deutschlands, Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 2. Auflage 1975, S. 1066)

Schleiermacher, der deutsche Philosoph und protestantische Theologe (18. Jhd.) schrieb:

„Alle Spuren von Kindertaufe, die man im NT hat finden wollen, müssen erst hineingetragen werden . . . Daher hätte man sehr füglich, um der Einsetzung Christi wieder näher zu treten, bei der Reformation die Kindertaufe fahren lassen können“ (Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche II, S. 418,423 bei H. Heinz, Dogmatik, S. 211)

Einer der bedeutendsten protestantischen Theologen, Karl Barth, nimmt folgendermaßen Stellung:

„Der Baptismus Infantium ist die Taufe derer, die vor dem kirchlichen Akt nichts zu sagen haben, weil sie noch nichts sagen können und weil man sie nicht fragen kann, was sie sagen würden. Man tauft sie, ohne zu fragen, ob sie die Taufe begehren oder ob sie bereit sind, ohne sie verantwortlich zu machen, kurz in rein passiver Form, weil sie von christlichen Eltern gezeugt wurden. Die Tauflehre, die gegenwärtig in allen großen christlichen Konfessionen, unsere reformierte Kirche eingeschlossen, gehandhabt wird stellt bezüglich dieses Punktes nicht nur einen Mangel, sondern auch eine Leere dar, und die Taufpraxis, die sich darauf beruft, ist willkürlich. In der Tat kann man weder exegetisch noch dogmatisch bei der nach der Einsetzung gemäßen Taufe beweisen, dass der Täufling nur das Objekt der Handlung darstellt. Im Gegenteil er ist auch Handelnder und kann somit niemals, ganz gleich, in welchem Alter er sich befindet, ‚infans’ sein“ (Die kirchliche Lehre von der Taufe, S. 29 bei H. Heinz, Dogmatik S, 212).

„Nach der Taufe begehrt, zur Taufe eilt, zur Taufe kommt man“ (KD IV/4/183 bei Hans Heinz, Dogmatik, S. 209).

Welche Taufform ist die richtige?

Das griechische Wort „baptizo“ im Neuen Testament ist eigentlich mit „eintauchen, untertauchen“ zu übersetzen (Walter Bauer, Wörterbuch zum Neuen Testament, Sp. 261 Siehe auch Katechismus der Katholischen Kirche, 628).

Für viele Eltern ist es sehr wichtig, ihr Kind taufen zu lassen. Jesus segnete die Kinder, aber er taufte sie nicht. Was ist der Unterschied?

In der Taufform der ersten Christen wurden die Gläubigen komplett untergetaucht.

Das Alte wurde begraben, ein neuer Mensch aufersteht.

Die Symbolik aus Röm 6,3.4 kommt nur bei einer Taufe durch Untertauchen voll zum Tragen. Zu einem Besprengen oder Übergießen wäre es nicht notwendig gewesen, ins Wasser hinab zu steigen (Apg 8,38.39; Mt 3,16). Johannes hatte nicht dort taufen müssen, wo viel Wasser ist (Joh 3,23). Jesus wurde ausdrücklich „in den Jordan hinein“ (wörtl. griech. Übersetzung) getauft (Mk 1,9).

Die Vergleiche der Taufe mit dem Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer (1.Kor 10,1.2) und mit der Bewahrung Noahs in der Arche vor der Sintflut (1.Petr 3,20.21) legen eine Taufe im Wasserbad (vgL Tit 3,5) nahe. Wenn die Taufe eine Bitte um ein reines Gewissen ist (1.Petr 3,21), so setzt dies vorherige Sünde, Sündenbewusstsein und den Wunsch noch Abwaschung der Schuld voraus. Diese Bedingung kann nur ein selbstverantwortlicher Mensch erfüllen.

Die Taufe der Kinder ist überflüssig, da Jesus sie bewusst in das Heil einschließt (Mt 19,13 15). Jesus segnete die Kinder, aber er taufte sie nicht! Dem Evangelium entspricht damit nur die Segnung des Säuglings, wie dies häufig in Freikirchen praktiziert wird.

Die biblischen Beispiele lehren uns deshalb auch, dass immer eine Unterrichtung und der Glaube der Taufe vorausgehen. Damit können nur mündige Personen getauft werden und keine Säuglinge.

Die kirchengeschichtliche Entwicklung zeigt eindeutig, dass in den ersten Jahrhunderten nur mündige Personen und zwar durch Untertauchen getauft wurden. Die Säuglingstaufe ist erst später in die Kirche eingedrungen und entspricht nicht dem biblischen Vorbild. Die Beschneidung im Alten Testament kann nicht zur Begründung der Kindertaufe herangezogen werden, da es sich im Neuen Testament nicht mehr um eine Volksgemeinde handelt, sondern um eine Glaubensgemeinde (Gal 3,2628; vgL auch Röm 2,28.29; Kol 2,11).

Welchen Sinn hätte die Wiedergeburt (Joh 3,5) eines Säuglings? Doch nur wenn das Kind Schuld an sich trägt (Erbsünde). Gott rechnet aber fremde Schuld nie persönlich zu (Hes 18,1417; Jer 31,2930), wenn auch jeder Mensch die Folgen der Sünde Adams (Tod und Leid) tragen muss. Schuld kann nicht vererbt werden. Eine Verurteilung im göttlichen Gericht entscheidet sich allein am persönlichen Glauben an Christus und den daraus folgenden Taten (Joh 3,16; Röm 3,2325; 10,10; 2.Kor 5,10; Offb 20,11-15).

Die Bibel kennt keinen stellvertretenden Glauben. Erlösung und Sündenvergebung ist eine ganz persönliche Angelegenheit (vgl. Hes 1a1417; Jer 31,2930). Die Opfer des Alten Testaments wurden vom Sünder selbst geschlachtet (3.Mose 4,2729).

Persönlicher Glaube und die Taufe im Wasserbad gehören zusammen (Mk 16,16) Die Taufe ist keine magische Handlung, die schon aus dem Vollzug wirkt. In der Bibel ist immer das Zeichen an den Glauben gebunden. Zeichen ohne eigenen Glauben sind wirkungslos! (Vgl.1.Sam 4,311; 15,22, Arnos 5,2127) So entspricht die Kindertaufe allenfalls einer Segnung. Die Glaubenstaufe hingegen ist Sterben und Neuschaffung.

Fazit:

Die Taufe nach biblischem und urchristlichem Vorbild setzt eine vorherige Unterrichtung, den persönlichen Glauben und die Umkehr des Täuflings voraus. Die Taufe kann damit nur an selbstverantwortlichen Menschen vollzogen werden und wird entsprechend dem Neuen Testament durch Untertauchen im Wasserbad durchgeführt

Nochmalige Taufe?

Wir haben erarbeitet ...

  • Die Taufe ist das persönliche Bekenntnis einer bewussten Bekehrung.
  • Die Taufe ist keine magische Handlung, sondern öffentlicher Ausdruck dessen, was im Innern geschehen ist, nämlich des Beginns eines neuen Lebens in Christus und der Veränderung durch den Heiligen Geist.
  • Die Taufe ist der persönliche Bundesschluss mit Christus.

War die erste Taufe kein persönliches Bekenntnis der Umkehr oder kein bewusster persönlicher Bundesschluss, so fehlte der Taufe das Entscheidende. Es spricht nichts gegen eine erneute bewusste Taufe im Wasserbad. Im Gegenteil: Die Taufe nach dem neutestamentlichen Vorbild wird den Glauben viel bewusster und persönlicher werden lassen und die Beziehung zu Jesus Christus entscheidend stärken. Die Taufe nach dem Vorbild Christi kann zu einer echten Wiedergeburt werden.

In der Apostelgeschichte wird uns sogar eine „Wiedertaufe“ berichtet (Apg 19,17). Dies geschah an Personen, die zwar die Taufe des Johannes empfangen hatten, aber denen die Erkenntnis Jesu und die Gabe des Heiligen Geistes fehlte. Eine erneute Taufe, weil der ersten Grundlegendes gefehlt hatte, entspricht dem Neuen Testament und scheint sogar notwendig..

Die Pflicht zur beständiger Reformation der Christenheit gebietet uns, alle nichtbiblischen Traditionen abzustreifen und dem neutestamentlichen Vorbild zu folgen. Luthers Grundsatz „sola scriptura“ (allein die Schrift) gilt es auch hier zu verwirklichen. Die eigene Taufe als Erwachsener bekennt damit auch die Abkehr von unbiblischen kirchlichen Traditionen, hin zur biblischen Wahrheit.

Glaubensüberzeugungen der STA:

Die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten

15 Die Taufe

Durch die Taufe bekennen wir unseren Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi und geben Zeugnis, dass wir für die Sünde tot sind und entschlossen, ein neues Leben zu führen. Damit erkennen wir Christus als Herrn und Erlöser an, werden seinem Volk hinzugefügt und als Glieder seiner Gemeinde angenommen. Die Taufe ist ein Sinnbild für unsere Gemeinschaft mit Christus, für die Vergebung unserer Sünden und für den Empfang des Heiligen Geistes. Sie wird durch Untertauchen vollzogen auf das Bekenntnis des Glaubens an Jesus Christus und als Zeichen der Reue über die Sünde. Ihr geht Unterweisung in der Heiligen Schrift und Annahme ihrer Lehren voraus.

Rö 6,16; Kol 2,12.13; Apg 16,30-33; 22,16; 2,38; Mt 28,19.20.

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