Kein Buch hat unsere Welt so geprägt, wie die Bibel. Doch warum ist sie das „Buch der Bücher“? Ist sie das Wort Gottes an uns? Wie vertrauenswürdig ist sie überhaupt?

Die wichtigsten Bibelstellen zum Thema
  • Hebr 1,1-2 | Gott ist kommunikativ – Gott offenbart sich
  • 2Petr 1,16-21 | Getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen geschrieben
  • 2Tim 3,14-17 | Inspiriert (wörtlich: von Gott eingehaucht) nicht diktiert
  • Jer 36,1-8 | Zum Beispiel der Prophet Jeremia

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Welche Erfahrungen hast Du bisher mit der Bibel gemacht?

Wissenswertes über die Bibel

Die Bibel ist ein Sammelband und umfasst 66 Schriften (protestantische Zählung). Über 35 Schreiber wirkten an ihr mit im Zeitraum von ca. 1400 v.Chr. bis 95 n.Chr.. Kein antikes Buch ist durch archäologische Funde so belegt, wie die Bibel. In keinem anderen Buch finden sich so viele konkret in Erfüllung gegangene historische Prophezeiungen. Kein Buch wurde je so oft gedruckt. Dieses Buch hat unsere Kultur geprägt. Doch viel wichtiger ist, dass Menschen durch sie verändert wurden und werden.

Die Bibel ist wie ein Bücherregal. Du kannst also anfangen wo Du willst darin zu lesen. Es empfehlen sich jedoch die Evangelien und die Psalmen.

Worum geht es eigentlich in der Bibel?

Die Bibel ist eine Sammlung von »Fallbeispielen«. Menschen berichten, was sie mit Gott erlebt haben oder was Gott ihnen offenbart hat.

Die einzelnen biblischen Bücher wurden zu einem Buch zusammengestellt, das wir Bibel oder auch Heilige Schrift nennen. Die biblischen Schreiber zeigen den Weg Gottes mit Menschen durch die ganze Geschichte auf. Dabei geht es um die Grundfragen: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welchen Sinn hat mein Leben? Wer ist Gott? Was ist Gottes Wille für mein Leben?

  • Hebr 1,1.2; 3,7 | Gott teilt sich mit
  • Joh 5,39.40 | Das Leben finden
  • Joh 20, 24-31. 30.31 | Glaube stärken
Die Entstehung der Bibel

Unter dem Eindruck besonderer Erlebnisse mit Gott oder aufgrund besonderer Einsichten, verfassten die biblischen Schreiber ihre Bücher. Die Schriften wurden per Hand kopiert, bis später der Buchdruck erfunden wurde.

Diese Einzelschriften wurden gesammelt und später zu einem Buch zusammengestellt. Die Bibel machte einen langen Entstehungsprozess durch.

Das erste Buch Mose (Genesis) nennt keinen Verfasser, doch machte der Archäologe und Assyriologe P.J. Wiseman eine erstaunliche Entdeckung. Er konnte in der Genesis das Ordnungssystem der Keilschrifttafeln nachweisen.

So könnte die Genesis eine Zusammenstellung von uralten Schriften sein. Mose könnte also uralte Tontafeln aus der Keilschrift ins Hebräische übertragen und zusammengestellt haben. Mose lebte um 1400 v. Chr. Die eigentliche Schriftwerdung der Bibel umfasst damit einen Zeitraum von ca. 1400 v. Chr. bis etwa 95 n. Chr. und damit eine Spanne von etwa 1500 Jahren.

 

Babylonischer „Sintflut-Bericht“
aus dem 7. Jhd. v. Chr.

Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg), CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

 

Tontafel aus dem 21. Jhd. v. Chr.

Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg), CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Die Bibel ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Sie machte einen langen Entstehungsprozess durch.
Was bedeutet das für uns als Leser heute?

Die Überlieferung des Alten Testaments lässt sich in drei Phasen unterteilen:
  • Zusammenstellung der Schriften durch Esra und Nehemia (5. Jhd. v. Chr.).
  • Abschreiben und studieren durch die sog. Sopherim (Schriftgelehrte).
  • Exaktes kopieren durch die sog. Masoreten (ca. 500 – 1000). Sie zählten sogar die Verse, Worte und Buchstaben eines Buches.
Die Schriften des Neuen Testaments

Die Schriften des Neuen Testaments wurden ebenfalls zunächst in griechischer Sprache handschriftlich verfasst, kopiert und schließlich von der christlichen Gemeinde gesammelt.

Später wurden die Schriften, da noch nicht der Buchdruck erfunden war, in sog. Scriptorien per Hand vervielfältigt.

Revolution Buchdruck

Die Bibel wurde nach Gutenbergs Erfindung allen Menschen zugänglich. Noch heute zählt die Bibel zum meist gedruckten Buch.

Über 3400 Jahre Überlieferung

Die Bibel ist einzigartig

Die Bibel gibt es in Buchform, digital und online.
Was macht sie so einzigartig?

Die Einzigartigkeit der Bibel

Die Verbreitung

Kein Buch wurde in so viele Sprachen übersetzt. Die Bibel ist das meist gedruckte Buch der Welt.

Die Einheit über 1500 Jahre hinweg

Obwohl die Bibel über einen Zeitraum von mehr als 1500 Jahren entstanden ist und an ihr etwa 35 Schreiber beteiligt waren, bildet dieses Buch eine erstaunliche Einheit. Sie spricht von dem einen Gott, der das Wohl der Menschen sucht.

Prophetie, die sich erfüllt hat

In keinem anderen Buch finden wir so viele Prophezeiungen, die sich konkret in der Geschichte nachprüfbar erfüllt haben.

Einige Beispiele:

Geburtsort des Erlösers (Micha 5,1); Leidensweg Jesu (Jes 53); Untergang bedeutender Städte der Antike (z.B. Tyrus: Hes 26; Babylon: Jes 13,19-22; 14,23; 51,26.43)

Der Inhalt

Die Bibel ist einzigartig mit ihrer Botschaft der Erlösung aus Glauben allein. Die Bibel ist Grundlage der ersten monotheistischen Religion. Bereits das erste Kapitel der Bibel ist für die Antike absolut revolutionär. Jesu Lehre und Gottesbild ist einmalig unter den Religionsstiftern.

Die Bibel ist einzigartig, doch das entscheidende ist, welche Wirkung entfaltet sie in meinem Leben?
Was erfahre ich über Gott durch die Bibel?
Ist sie für mich die Grundlage und der Maßstab meines Glaubens?

Jesaja Rolle A aus Qumran,
2. Jhd. v. Chr.

Wie zuverlässig ist die Bibel überliefert? Was wurde verfälscht?

Die Basis der hebräischen Bibel bildete die Handschrift der Familie Ben Ascher aus dem 9./10. Jahrhundert n.Chr. Erst viele Textfunde aus älterer Zeit machten es möglich, die Genauigkeit der Überlieferung zu überprüfen.

Die sensationellen Schriftfunde (1947) in den Höhlen von Qumran reichten bis ins 4. Jhd. v.Chr (Teile aus Samuel) zurück. Der berühmteste Fund war der einer vollständigen Jesajarolle aus dem 2. Jhd. vor Chr. (7,34m Länge der Schriftrolle und 26cm hoch).

Ein Vergleich dieser Jesajarolle mit dem über 1000 Jahre älteren masoretischen Text ergab eine Übereinstimmung von 95%.

Die restlichen 5% sind fast ausschließlich Unterschiede in der Buchstabierung oder unscheinbare Schreibfehler.

Dies zeigt uns mit welcher Ehrfurcht diese Schriften behandelt wurden und mit welcher Genauigkeit sie uns überliefert sind.

In den Höhlen von Qumran wurden solche Tonkrüge gefunden, in denen Schriftrollen aufbewahrt wurden.

P52 und das Johannesevangelium

Viele kritische Theologen gingen davon aus, dass das Johannesevangelium niemals vom Apostel Johannes stammen könne, sondern erst im zweiten Jahrhundert entstanden sei. Ein kleiner Papyrusschnipsel stellte dies in Frage und bestätigte, dass das Johannesevangelium durchaus vom Apostel stammen konnte. Man fand in Ägypten ein kleines Papyrusfragment (P52), das man auf die Zeit 100 bis 150 n.Chr. datieren konnte. Johannes lebte in Kleinasien (heutige Türkei) und schrieb sein Evangelium um 95. Damit konnte gezeigt werden, dass durchaus das Johannesevangelium im ersten Jahrhundert verfasst wurde.

Das best belegte Buch der Antike

Die Schriften des neuen Testaments sind besser belegt, als alle anderen antiken Bücher. Von Caesars „Gallischem Krieg” gibt es nur neun oder zehn gute Manuskripte. Das älteste ist erst 900 Jahre nach Caesar geschrieben worden.

Josh McDowell schreibt in seinem Buch „Bibel im Test“:

„Nachdem ich versucht hatte, die Historizität und Gültigkeit der Schrift zu zerschlagen, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass sie doch vertrauenswürdig ist. Wollte man die Bibel als unzuverlässig verwerfen, müßte man schon fast die gesamte Literatur der Antike verwerfen.” (S. 126)

Durch die Schreiber der biblischen Schriften spricht Gott zu uns

Gottes Wort in menschlichem Gewand

Die Bibel ist Gottes Wort in menschlichem Gewand. Sie ist nicht „diktiert“, sondern „inspiriert“. Wir glauben, dass Gottes heiliger Geist die Gedanken der Schreiber leitete, die sie dann in ihren Worten und ihrer speziellen Art ausdrückten. Vielfach ist die Bibel eine Sammlung von Beispielgeschichten.

  • Jer 1,1-7 (Beispiel)
  • 2.Tim 3,14-17 (inspiriert, wörtl.„gottgehaucht“)
  • 2.Petr 1,16-21 (Getrieben vom Heiligen Geist, aber Menschen schreiben)

Es gibt viele heilige Schriften. Was hat es für Konsequenzen, wenn die Bibel wirklich Gottes Wort an uns ist?

Welche Bedeutung gibt Jesus der Bibel?

Jesus spricht vom „Gesetz“, den „Propheten“ und den „Psalmen“ (Lk 24,44). Dies sind die drei Teile der hebräischen Bibel.

Die biblischen Bücher sind in der hebräischen Bibel anders geordnet und beginnen mit den Büchern Mose. Das Alten Testaments schließt dort mit 2. Chronik. Deshalb ist der letzte Märtyrer des Alten Testaments Secharja (2.Chr 24,19-21). Indem Jesus den Bogen von Abel bis Secharja schlägt, bestätigt er den alttestamentarischen Kanon, wie er zu seiner Zeit schon vorlag (ohne die Apokryphen).

  • Mt 5,17-19.21ff. (Nichts auflösen)
  • Lk 24,27.44.45 (Prophetie auf Christus)
  • Lk 11,47-51 (gesamte hebräische Bibel)
  • Joh 5,29-40; Lk 24,25-27 (Jesus sieht sich als Erfüllung biblischer Vorhersagen im Alten Testament)

Für Jesus sind die Schriften des Alten Testaments die Grundlage des Glaubens 

Die Bibel richtig verstehen

Was gibt es für Tipps, die Bibel besser zu verstehen? Schließlich haben wir es mit einem Buch zu tun, das vor etwa 1900 Jahren abgeschlossen wurde und aus einer ganz anderen Kultur stammt.

  • Beginnen sie bei einem Evangelium und lesen sie kurze Abschnitte. Planen Sie sich täglich einen Termin mit Gottes Wort ein.
  • Benutzen Sie Hilfsmittel: Kommentare, Bibellexika, Konkordanz.
  • Stellen sie sich Fragen:
    • Was sagt der Text über Gott?
    • Wie geht Jesus mit Menschen um?
    • Welche Parallele zu meinem Leben entdecke ich?
    • Was verstehe ich nicht?
    • Wo trifft mich ein Vers?
    • Was will ich in meinem Leben verändern?

Vertiefung des Themas:

Reformatorischer Grundsatz: „Die Bibel allein“

Neben der Bibel gibt es viele andere heilige Bücher oder kirchliche Überlieferung. Die Reformatoren haben den Grundsatz aufgestellt: „Sola scriptura“ (Allein die Schrift). Für sie war die Bibel die einzige Grundlage ihres Glaubens. Alle anderen Schriften müssen an ihr gemessen und beurteilt werden.

  • Jes 23,13.14 (Keine Menschengebote)
  • Jes 8,19.20 (Hin zu Weisung und Offenbarung)
  • Gal 1,6-9 (Nicht mal ein Engel)
  • Offb 22,18.19 (Nichts dazu oder weg)
Fehler in der Bibel?

Die Bibel entstand nicht durch sog. „Verbalinspiration“, sondern wurde von Menschen geschrieben. Daraus erklärt sich, dass in den Evangelien Berichte in unterschiedlichen Versionen existieren.

Gerade Unstimmigkeiten belegen, dass die biblischen Schriften nicht „geglättet“ wurden (vergleiche z.B. Apg 9,7 mit Apg 22,9).

Viele scheinbare Widersprüche lassen sich aber auch lösen. Dennoch sollten wir nicht mehr aus der Bibel machen, als sie selbst beansprucht.

Warum sind nur diese Bücher in der Bibel?

Innerhalb der jüdischen Religion waren viele Schriften entstanden. Auf einem Treffen jüdischer Gelehrter in Jamnia um 90 n.Chr. wurde schließlich auch formell der Kanon (Umfang der verbindlichen Schriften) bestätigt.

Bereits 230 n. Chr. veröffentlicht Origines eine Liste der neutestamentarischen Schriften, wie wir sie heute kennen.

Das Konzil von Trient erklärt allerdings im Jahr 1546, wahrscheinlich als Reaktion auf die Reformation auch die sog. Apokryphen als kanonisch, und das obwohl schon Hieronymus der Kirchenvater, der die Bibel ins lateinische übersetzt hatte (Vulgata), sich geweigert hatte die Apokryphen lateinisch zu übersetzen.

Martin Luther hielt sich an den hebräischen Kanon.

Glaubensüberzeugungen der STA:

Die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten

1 Die Heilige Schrift

Die Heilige Schrift Altes und Neues Testament ist das geschriebene Wort Gottes, durch göttliche Inspiration heiligen Menschen anvertraut, die geredet und geschrieben haben, getrieben vom Heiligen Geist. In diesem Wort hat Gott dem Menschen alles mitgeteilt, was zu dessen Errettung nötig ist. Die Heilige Schrift ist die unfehlbare Offenbarung seines Willens. Sie ist der Maßstab für den Charakter und der Prüfstein aller Erfahrungen. Sie ist die maßgebende Offenbarungsquelle aller Lehre und der zuverlässige Bericht von Gottes Handeln in der Geschichte.

2 Pt 1,20.21; 2 Tim 3,16.17; Ps 119,105; Spr 30,5.6; Jes 8,20; Jo 17,17; 1 Th 2,13; Hbr 4,12.

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