Wie ist eigentlich Gott? Neben dem „Was ist Gott?“ und „Ob es überhaupt Gott gibt?“, stellt sich natürlich die Frage, in welcher Beziehung zu Gott stehe ich eigentlich? Für Jesus Christus ist Gott nicht nur eine unpersönliche Energie, sondern ein liebevoller Vater.

Author: Matthias Griesshammer, Pastor

Die wichtigsten Bibelstellen zum Thema

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Welche verschiedenen Gottesvorstellungen sind Dir schon begegnet?

Wie kannst Du überhaupt etwas von Gott wissen?

Das Gottesbild Jesu: Ein liebevoller himmlischer Vater

Das beeindruckendste Gleichnis, das Jesus erzählt, ist vermutlich das vom Vater mit den zwei Söhnen:

Der Vater in der Geschichte stellt Gott dar, der so ganz anders ist, als die üblichen Gottesvorstellungen …

  • Der Vater lässt die freie Entscheidung.
  • Der Vater wartet mit offenen Armen und ohne Vorwürfe.
  • Der Vater rennt dem zurückkehrenden Sohn entgegen. Er kommt einem Strafgericht durch die Dorfgemeinschaft zuvor, vernachlässigt die eigene Würde und rennt. Er ist rücksichtslos gegen sich selbst, denn der umarmt den „stinkenden“ Sohn.
  • Er setzt den Sohn wieder vollständig als Sohn ein und drückt durch Schuhe, Kleid und Ring wieder volles Vertrauen aus.
  • Er liebt bedingungslos!

Jesus lebt vor, wie sich Gott unsere Beziehung zu ihm wünscht: Voller Respekt und Vertrauen.

  • Mt 6,5-9 | Beten ist ein Gespräch, wie mit einem Vater
  • Mk 14,36; Röm 8,15; Gal 4,6 | Aramäisch „Abba“ – Papa
  • Joh 3,16 | Gott liebt diese Welt und damit jeden Menschen
  • Lk 12,7 | Gott kennt mich und Dich – unsere Haare sind gezählt

Gott sitzt nicht fern im Weltall und kümmert sich nicht um diese Welt. Er mischt sich in diese Welt ein. Er will zu jedem Menschen eine persönliche Beziehung aufbauen. Jeden Menschen spricht Gott auf unterschiedliche Weise an (Hiob 33,14-30).

Gott als liebevollen Vater zu sehen, ist einzigartig und gleichzeitig herausfordernd.

In den Zehn Geboten wird ausdrücklich verboten, Gott abzubilden (Ex 20,4.5)

Welchen Sinn hat dieses Verbot?

Wenn Menschen Gott einen Namen geben

Die Menschen haben die unterschiedlichsten Vorstellungen von einem Gott oder vielen Göttern entwickelt. Manche sehen in ihm nur eine allwirksame Kraft, andere machten sich Götter wie übermächtige unsterbliche Menschen. Für andere kann man gar nichts über Gott wissen.

Als der eine Gott Mose begegnet, stellt er sich als „JHWH“ („Ich bin, der ich bin“ oder „Ich werde sein, der ich sein werde“) vor.

Gott ist der EINE und sonst ist kein Gott außer ihm.

In seinen Namen offenbart Gott sein Wesen.

„Elohim“ ist der Name des Schöpfergottes in den ersten Versen der Bibel. Menschen im Alten Testament, die Gott erlebten kombinierten die Kurzform „El“ mit weiteren Beschreibungen des Wesens Gottes …

Welchen Namen würdest Du Gott geben?

Gott ganz persönlich

Propheten haben Gott in Visionen gesehen (z.B. Jes 6,1ff; Dan 7,9.10). Doch dies waren nur Vergleiche und Symbole. Kein Mensch hat Gott je unverhüllt gesehen (Joh 1,18; 1.Tim 6,16). Seine Herrlichkeit könnte kein Mensch ertragen.

Dennoch sucht Gott unsere Nähe. Die biblischen Schreiber vergleichen Gott mit menschlichen Beziehungen. Gott ist wie …

Welches dieser „Besziehungsbilder“ spricht Dich am meisten an?

Die Herrlichkeit Gottes

Der Gott der Bibel vereint unnahbare Heiligkeit und aufopfernde Liebe. Er vereint Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

Und doch wird auch der unermessliche Abstand zwischen Gott und Geschöpf klar. Wenn wir von dem Schöpfergott sprechen, dann reden wir von einer Intelligenz, die Galaxien geschaffen hat, ein Wesen, das Raum und Zeit, Energie und Materie beherrscht und biochemische Baupläne kreieren kann und unsere DNS entworfen hat. Wenn das Leben seinen Ursprung in Gott hat und die göttliche Lebensenergie das Geheimnis ist, das tote Materie zu etwas Lebendigen werden lässt, dass ist unsere Existenz zutiefst abhängig von Gott.

Wenn Gott der Schöpfer ist (Offb 14,7), wie ist das mit der Evolutionstheorie zu vereinbaren?

Haben wir es als moderne Menschen verlernt, Gott anzubeten?

Und er sprach mit großer Stimme:

Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen!

Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Offenbarung 14,7 (LU)

Vertiefung des Themas:

Wie können wir etwas über Gott erfahren?

Alles hängt von der Quelle unseres Wissens ab. Gott offenbart sich den Menschen ganz unterschiedlich. Biblische Schreiber erwähnen z.B. diese drei …

Gute Gründe, an Gott zu glauben

Der Anfang und Gott

Mit Hilfe des Hubble-Teleskops ergaben aktuelle Messungen der Geschwindigkeit mit der sich die Himmelskörper von einem Zentrum wegbewegen, ein Alter des Universums von 8 bis 12 Milliarden Jahren. Allerdings sind die ältesten Sterne nach Erkenntnissen der Astronomen mindestens 12, vielleicht sogar 14 Milliarden Jahre alt. Wenn das Universum nicht ewig ist, dann hat es einen Anfang. Was war vor dem Anfang? Wir verlassen mit dieser Frage den Bereich der Wissenschaft und betreten den Boden der Philosophie und Religion. Alles hat einen Verursacher, warum nicht auch unser Kosmos? Viele Wissenschaftler beziehen daher in ihre Überlegungen zum Ursprung des Universums durchaus „Gott“ mit ein.

Die mathematische Schöpfung

Werner Heisenberg (1901-1976) und noch stärker Sir James Jeans (1877-1946) haben immer wieder darauf hingewiesen, dass mathematische Strukturen unseren Kosmos bestimmen. Die Natur ist mathematisch. Der Ursprung der Mathematik ist aber an einen denkenden personalen Geist gebunden. Jemand muss also all die Ordnungen in die Natur hineingelegt haben.

Die Unwahrscheinlichkeit des Zufalls

Wie kann man den Ursprung des Lebens ohne Gott erklären? Das Denkmodell der Evolutionstheorie ersetzt „Gott“ durch den „Zufall“. Selektion und Mutation seien für die Entstehung der Arten verantwortlich gewesen.

Prof. Cressy Morrison, der ehemalige Präsident der New Yorker Akademie der Wissenschaften bezieht dazu deutlich Stellung:

„Für das Entstehen und den Fortbestand des Lebens auf unserer Erde sind so viele wesentliche Bedingungen notwendig, dass es mathematisch gesehen unmöglich ist, dass alle von ihnen im richtigen Verhältnis zueinander auf irgendeiner Erde zu irgendeiner Zeit durch Zufall vorhanden sein konnten.“ (Cressy Morrison, Zufall oder Schöpfung, Kilper, Stuttgart, 1951, S. 13; bei H. Heinz, ebd., S. 20)

Trotz genauer Kenntnis der Zusammensetzung unserer Erbsubstanz (DNS), konnte noch kein Wissenschaftler künstliches Leben schaffen, ohne auf schon vorhandenes Leben zurück zu greifen. Wie soll dann durch Zufall das Leben entstanden sein? Die Lebewesen sind zu komplex, als dass sie durch bloßes „Ausprobieren“ hervorgebracht werden könnten.

Die erfüllte Prophetie

Immer wieder haben Menschen behauptet, die Zukunft vorhersagen zu können. Einer der bekanntesten Propheten dürfte Nostradamus sein. Doch seine Prophezeiungen sind vage formuliert und vieldeutig. In der Bibel finden sich jedoch viele Prophezeiungen, die konkret formuliert sind und historisch nachgeprüft werden können. So wurde die Vernichtung bestimmter antiker Städte detailliert vorhergesagt (z.B. Hesekiel 26). Ferner prophezeiten Propheten den Geburtsort Jesu (Micha 5,1), Details seines Todes (Jesaja 53) oder historische Entwicklungen (Daniel 2). Eine Vielzahl konkret erfüllter Vorhersagen wären noch anzuführen. Der Versuch die erfüllten Prophezeiungen durch „Zufall“ zu erklären muss scheitern. Hat sich uns hier eine außerirdische Intelligenz mitgeteilt?

Der Glaube an eine höhere Intelligenz, einen Schöpfer, einen Gott ist durchaus vernünftig.

Der Journalist Olaf Stampf schrieb z.B. im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL:

„Dass Forscher gar nicht so gottlose Gesellen sind, belegt auch eine überraschende Umfrage unter US-Gelehrten, die unlängst vom Wissenschaftsmagazin ‘Nature‘ veröffentlicht wurde. Rund 40 Prozent der interviewten Biologen, Physiker und Mathematiker glauben an einen ‘persönlichen Gott‘; viele von ihnen beten sogar zu ihm und hoffen auf eine Antwort.“ (DER SPIEGEL 52/1998, S. 166f)

 

Nicht einfach: Warum gibt es so viel Leid?

Die Bibel lässt hinter die Kulissen schauen. Die ersten und letzten Seiten der Bibel zeigen den Ursprung des Bösen. Gottes Plan war ursprünglich eine Welt ohne Leid und Tod. Erst als sich die Menschen von Gott bewusst trennten und sich der Rebellion gegen die Quelle des Lebens anschlossen wurde unser Planet von Leid und Tod überzogen. Der Herr dieser Welt ist ein anderer. Gott muss sich erst die Herzen zurück erobern. Jeder von von uns kann jetzt ein Teil des neuen Reiches Gottes werden. Bei Jesu erneutem Wiederkommen wird diese Erde wieder in ihren perfekten Zustand zurück geführt.

Wie ist das mit dem grausamen Gott im Alten Testament?

Im Alten Testament lesen wir von grausamen Massakern. Gott scheint dort schrecklich grausam zu sein. Wie passt das zum Neuen Testament und dem Gott der Liebe?

Tatsächlich ist dies schwer zu harmonisieren. Einige Gedanken, die helfen können.

  • Die Gerichte Gottes im Alten Testament begrenzen die schrecklichen Entgleisungen der Menschheit (1.Mose 6,5-7; 11,6; 15,13-16)
  • Auch im Alten Testament streckt immer wieder Gott seine helfende Hand den Menschen entgegen.
  • Auch im Neuen Testament konfrontiert Gott die Menschen mit den Konsequenzen ihres Tuns (Mt 21,12; Joh 5,28.29; Apg 5,1-11; Offb 19,1-3)
Drei Götter oder doch nur ein Gott?

Das Wort „Dreieinigkeit“ kommt nirgends in der Bibel vor. Dennoch wird Jesus Christus und auch der Heilige Geist als Wesen von Ewigkeit her beschrieben (siehe spätere Themen). Um diesen Widerspruch zu lösen, wurden verschiedene Ideen in der Kirchengeschichte entwickelt. Letztlich werden wir dieses Geheimnis nicht vollständig ergründen.

Glaubensüberzeugungen der STA:

Die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten

2  Die Dreieinigkeit

Es ist ein Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist drei in Einheit verbunden, von Ewigkeit her. Gott ist unsterblich, allmächtig und allwissend; er steht über allem und ist allgegenwärtig. Er ist unendlich und jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft. Dennoch kann er erkannt werden, weil er sich selbst offenbart hat. In alle Ewigkeit gebührt ihm Ehre, Anbetung und der Dienst der ganzen Schöpfung.
5 Mo 6,4; Mt 28,19; 2 Ko 13,13; Eph 4,46; 1 Pt 1,2; 1 Tim 1,17; Offb 14,7.

3 Der Vater

Gott, der ewige Vater, ist Schöpfer, Ursprung, Erhalter und Herr alles Geschaffenen. Er ist gerecht und heilig, barmherzig und gnädig, langmütig und reich an beständiger Liebe und Treue. Die Eigenschaften und die Macht, wie der Sohn und der Heilige Geist sie bekunden, sind gleichermaßen Offenbarungen des Vaters.
1 Mo 1,1; Offb 4,11; 1 Ko 15,28; Jo 3,16; 1 Jo 4,8; 1 Tim 1,17; 2 Mo 34,6.7; Jo 14,9.

6  Die Schöpfung

Gott ist der Schöpfer aller Dinge. Er hat in der Heiligen Schrift den zuverlässigen Bericht seines schöpferischen Wirkens offenbart. In sechs Tagen schuf der Herr „Himmel und Erde“ und alle Lebewesen auf der Erde und ruhte am siebenten Tag dieser ersten Woche. So setzte er den Sabbat ein als eine beständige Erinnerung an sein vollendetes schöpferisches Werk. Der erste Mann und die erste Frau wurden als Krönung der Schöpfung „zum Bilde Gottes“ geschaffen. Ihnen wurde die Herrschaft über die Erde übertragen und die Verantwortung, sie zu bewahren. Die Schöpfung war nach ihrer Vollendung „sehr gut“ und verkündete die Herrlichkeit Gottes.
1 Mo 1 und 2; 2 Mo 20,811; Ps 19,1-7; 33,6.9; 104; Hbr 11,3.

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