Wir bekommen viel anvertraut. Unsere Gesundheit, unsere Möglichkeit Geld zu verdienen, die Welt in der wir leben, besondere Fähigkeiten.

Letztlich sind wir nur Verwalter.

Die wichtigsten Bibelstellen zum Thema

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Alles nur geliehen – wir sind nur Verwalter

Der Mensch beutet diese Erde aus. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft in der der Begriff Nachhaltigkeit immer mehr Bedeutung gewinnt. Zum verantwortlichen Umgang mit unseren Ressourcen gehört auch das Bewusstsein, dass wir nur „Verwalter“ sind.

Auf die Macht Gottes, geht nicht nur unser Lebenskraft zurück, sondern auch unsere Gaben, Fähigkeiten und die Kraft Wohlstand zu gewinnen.

Der eigentliche Eigentümer unserer Erde und unseres Besitzes ist Gott!

Dankbarkeit und Freigiebigkeit

Wer begreift, dass er letztlich reich beschenkt ist, wird sich nicht krampfhaft an seinen Besitz klammern, sondern freigiebig sein.

10% für Gott – Der Zehnte

Seit der Schöpfung begrenzt uns auch immer wieder Gott. Von allen Bäumen in Eden durfte der mensch essen, nur von einem nicht. Sechs Tage arbeiten, ein Tag Ruhe. 90% für den Menschen, 10% für Gott.

Die Israeliten sollten 10% ihrer Einkünfte Gott zur Verfügung stellen. Dieser Zehnte diente dem Unterhalt der Leviten, die keinen Landbesitz hatten, sondern nur Städte erhalten hatten und am Heiligtum dienten. Wiederum vom Zehnten sollten 10% die Priester erhalten. Der Zehnte musste beim Heiligtum abgeliefert werden. Naturalien konnten unter Zuzahlung von 1/5 auch in Geld umgetauscht werden.

In jedem dritten Jahr wurde der Zehnte nicht ans Heiligtum gebracht, sondern direkt den Leviten und Armen zur Verfügung gestellt.

Mit der Ablieferung war ein Freudenfest am Heiligtum verbunden. Zehntengeben sollte kein Zwangsakt, sondern Ausdruck der Dankbarkeit und Freude sein.

Historisch gesehen war der Zehnte auch außerhalb Israels bekannt. So bei den Phöniziern, Karthagern, Neubabyloniern, Persern, Arabern und sogar bei den Griechen und Römern. (F. Rienecker, Lexikon z. Bibel, 1983, 16. Auflage, Sp. 1561)

„Prüfet mich …“ – Gott auf die Probe stellen

Es dürfte die einzige Bibelstelle sein, in der Gott uns auffordert, ihn zu prüfen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, können wir Gott bestehlen?

Der Zehnte ist eine Abmachung zwischen Mensch und Gott. Dieser Vertrag beinhaltet, dass der Mensch gesegnet wird, wenn er den Zehnten abliefert. Gott fordert sogar auf, ihn darin zu prüfen!

Zehn Prozent

Ist’s recht, dass ein Mensch Gott betrügt? Doch ihr betrügt mich. Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?«
Mit dem Zehnten und der Abgabe!

Maleachi 3,8 (LU)

Wie steht Jesus zum „Zehnten“?

Jesus hatte ein entspanntes Verhältnis zum Geld. Dem Kaiser das Seine und Gott, was ihm gebührt. Gerade im Bereich der Finanzen wird klar, wie wir unsere Prioritäten setzen.

Jesus kritisiert sehr deutlich die heuchlerische Haltung mancher seiner Zeitgenossen. Dem Prinzip des Zehnten stimmt er aber zu!

Ist der Zehnte nicht abgeschafft? Gilt der Zehnte heute noch?

Beim Geld wird es bekanntlich ernst. Gilt denn das Prinzip des Zehnten heute noch? Schließlich leben wir im Neuen Testament und nicht mehr unter dem mosaischen Zeremonialgesetz. Hat der Zehnte universale überzeitliche Bedeutung?

Der Zehnte ist nicht nur eine Verordnung, die dem Volk Israel galt, sondern bereits Abraham und Jakob entrichteten den Zehnten. Abraham entrichtete seinen Zehnten an Melchisedek. Melchisedek wird im Hebräerbrief als Bild für Jesus gesehen. Das Zehntengeben Abrahams an Melchisedek, ist somit ein Bild auch für den neutestamentlichen Christen. Für Paulus ist Abraham das Vorbild der Gerechtigkeit aus Glauben (Röm 4,1-12). Er gab den Zehnten vor seiner Beschneidung, sodass diese Verordnung nicht nur auf das Volk Israel beschränkt sein kann, sondern allen Menschen gilt.

Das biblische Prinzip des Zehntens hat sich im Alten Testament bewährt und ging auf Gottes Initiative zurück. Besonders Freikirchen haben dieses Prinzip wiederentdeckt. So auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Wie mir der Zehnte in meinem Glauben hilft

Der Zehnte ist tatsächlich eine große Hilfe, meine Beziehung zu Gott zu vertiefen. Er verhilft mir mich und Gott besser kennenzulernen. Wie ernst meine ich es wirklich mit Gott?

  • Im Geben des Zehnten kann ich Gott meine Treue zeigen.
  • Der Zehnte ist eine Gelegenheit meine Prioritäten zu prüfen.
  • Im Geben habe ich die Möglichkeit meine Dankbarkeit auszudrücken.
  • Durch die Verheißung, die auf dem Zehnten liegt, kann ich Erfahrungen mit Gott machen.

Nur wer sich der Herausforderung stellt, Gott konsequent gehorsam zu sein, wird Glaubenserfahrungen machen.

Wofür werden die Zehnten eigentlich eingesetzt? Sind die Zehnten zweckgebunden?

Die Zehnten sind durchaus zweckgebunden. Über sie werden keine Gemeindegebäude finanziert.

Entsprechend zum Alten Testament, wo die Leviten, also die Diener am Heiligtum, die Zehnten bekommen haben, fließen heute die Zehnten in Gottes Werk und dienen zur Finanzierung der vollangestellten Mitarbeiter.

Die Zehnten dürfen nur für die Verbreitung des Evangeliums eingesetzt werden. Von den Zehnten werden vor allem die Pastoren (Prediger) und missionarische Institutionen finanziert. Die Zehnten werden in der Adventgemeinde nicht für Gemeindegebäude oder Sozialprojekte verwendet.

So werden 100,- € Zehnten eingesetzt ...

Quelle: WIR in Bayern, 2011/2

Das Werk Gottes unterstützen

Die neutestamentliche Gemeinde gab über das Soll hinaus.

Wer begreift, dass alles was er hat ein Geschenk Gottes ist und dann aber auch die körperliche und geistliche Not von Menschen sieht, wird mehr geben, als nur den Pflichtteil. Die neutestamentliche Gemeinde war gerade dafür bekannt, dass sie gebefreudig war. Dabei ging es um Notleidende Menschen, aber auch um das Werk Gottes.

Manchmal ist uns gar nicht bewusst, welche Kosten insgesamt anfallen. Wer den Gottesdienst besucht, freut sich über einen sauberen und geheizten Raum. Das Gemeindegebäude sollte in gutem Zustand sein und dann gibt es den Blumenschmuck, Geburtstagsgeschenke für die Kinder, Technik, die genutzt wird. Alls das muss irgendwie finanziert werden. Neben den Personalkosten für vollamtliche Mitarbeiter fallen also noch noch eine ganze Menge weitere Aufwendungen an.

Wie funktioniert das alles ganz praktisch?

Über die Zehnten wird vertraulich und genau Buch geführt. Verantwortlich ist der Schatzmeister der Ortsgemeinde.

Zum einen kann der persönliche Zehnte auf ein spezielles Konto überwiesen werden. Zum anderen liegen in den Gemeinderäumen Tütchen aus, mit denen der Zehnte in der zweiten Sammlung im Gottesdienst mit abgegeben werden kann. Der beigefügte Zettel sollte unbedingt ausgefüllt werden. Dort können auch weitere Gaben für besondere Zwecke bestimmt werden. Die Zehnten unterliegen strenger Vertraulichkeit. Über Deine Spenden kann der Schatzmeister Dir eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt ausstellen.

Vertiefung des Themas:

10% vom Brutto oder Netto?

Für verschiedene Kirchen zieht der Staat über das Finanzamt die Kirchensteuer ein. Diese beträgt je nach Bundesland 8% bzw. 9% der Einkommenssteuer. Freikirchen wie die Siebenten-Tags-Adventisten betonen ihre Unabhängigkeit vom Staat und setzen auf die Freiwilligkeit und Gewissensentscheidung ihrer Mitglieder.

Zum Unterschied des Volkes Israel zu biblischer Zeit, leben wir in einer Geldgesellschaft mit Lohnbuchhaltung. Der Israelit gab eben von zehn Säcken Getreide einen für Gott. In der Bibel werden nur wenige Details berichtet. Es gab allerdings später auch königlichen Steuern und Abgaben. Hat der Israelit zuerst den Zehnten gegeben? Paulus fordert die Gemeinde auf, am ersten Tag der Woche die Spenden zurück zu legen (1.Kor 16,2). Gott soll also zuerst gegeben werden. Wer nur vom Nettogehalt Zehnten zahlt, müsste streng genommen zusätzlich für die Leistungen des Staates (Schul-, Straßengebühren, Krankenleistungen, usw.) Zehnten zahlen.

Die ursprüngliche Idee des Zehnten ist es daher vom Brutto zu geben. Wenn jeder alle Ausgaben abzöge, wie sollte dann noch eine vernünftige Abdeckung mit Pastoren gewährleistet werden?

Letztlich ist aber der Zehnte an das Gewissen gebunden, sodass jeder selbst vor Gott über diese Frage Klarheit finden muss.

Glaubensüberzeugungen der STA:

Die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten

21 Gottes Haushalter

Wir sind Haushalter Gottes. Er hat uns Zeit und Möglichkeiten, Fähigkeiten und Besitz, den Ertrag der Erde und ihre Güter anvertraut. Für einen vernünftigen Umgang damit sind wir Gott verantwortlich. Wir erkennen Gott als Eigentümer an, wenn wir ihm und den Mitmenschen treu dienen, ihm den Zehnten und Gaben darbringen, um die Verkündigung seines Evangeliums und das Wachstum seiner Gemeinde zu fördern. Mit der Haushalterschaft gibt uns Gott eine Möglichkeit, in der Liebe zu wachsen und Selbstsucht und Habgier zu überwinden. Der Haushalter freut sich über den Segen, den andere durch seine Treue empfangen.

1 Mo 1,26-28; 2,15; 1 Chron 29,14; Hag 1,3-11; Mal 3,8-12; 1 Ko 9,9-14; Mt 23,23; 2 Ko 8,1-15; Rö 15,26.27.

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